Wie Gott uns wieder lebendig macht
Es sind nur noch wenige Tage bis zum Hochfest der Auferstehung Jesu Christi, dem höchsten christlichen Fest. Das Evangelium berichtet vom Gang der Frauen am Ostermorgen zum Grab Jesu, um ihn mit wohlriechenden Ölen zu salben.
Wir fragten unseren geistlichen Assistenten, Pater Hermann-Josef Hubka, was uns diese Begebenheit für die eigene Vorbereitung auf das Osterfest sagen kann.
KIRCHE IN NOT: Nach seiner Kreuzigung wurde Jesus in ein Felsengrab gelegt, das von einem Stein verschlossen war, von dem es heißt: "Er war sehr groß." Warum dieser Hinweis?
PATER HERMANN-JOSEF HUBKA: Es gibt große Steine, die auch auf unserem Herzen liegen und die den Weg von uns zu unseren Mitmenschen und zu Gott versperren; Steine, die so groß sind, dass wir nicht wissen, wie wir sie zur Seite schieben können.
Leben denn wir Menschen auch in gewisser Weise "im Grabe"?
Ja. Die australischen Eingeborenen sprechen von "Menschen, die eigentlich schon gestorben sind, nur noch nicht reif zur Beerdigung". Auch wir sagen ja: "ich habe mit dem Leben abgeschlossen", das und jenes "macht mir das Leben zur Hölle".
Was sind denn die Felsbrocken in unserem Leben?
Ganz allgemein gesprochen: die Sünden. Paulus schreibt: "Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht" (Eph 2,5).
"Wir sollten die Fastenzeit nutzen, um Gott und auch uns selbst wieder näher zu kommen." Blick auf den Altar in der Hauskapelle von KIRCHE IN NOT in München.
Die drei Frauen fragten sich: "Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?" …
… und da sollten wir uns eben an diesen Frauen orientieren: Sie haben sich eingestanden, dass sie allein nichts ausrichten können. Dennoch sind sie aufgebrochen. Im Herzen haben sie ihre Hoffnung auf die himmlischen Mächte gesetzt.
Wie sollen wir uns vorbereiten, damit wir an Ostern, wie die Frauen, sehen, "dass der Stein schon weggewälzt war"?
Wir sollten die Fastenzeit nutzen, um wieder wesentlich zu werden, Gott und damit auch uns selbst wieder näher zu kommen und unserer Situation ins Auge zu schauen.
Ganz praktisch heißt das: weder leibliche noch geistliche "Schnellkost" zu uns nehmen; Unterhaltungsmedien seltener einschalten und stattdessen Wertvolles aufnehmen; um Versöhnung und Liebe ringen, wo wir durch Unversöhnlichkeit und Hass blockiert sind; uns in der freiwerdenden Zeit und Kraft bewusst dem Freund, dem Nachbarn, dem Kollegen zuwenden.
Und wenn der Stein trotz aller Bemühungen nicht weichen will?
Die Verstrickung in die lebensfeindliche Sünde kann letztlich nur Gott beseitigen. Aber die Kirche hält ja das große Heilmittel bereit, die Beichte. "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben" (Joh 20,23).
Denken wir dabei auch an Lazarus, der bereits tot und begraben war, als Jesus ihn mit dem Ruf "Lazarus, komm heraus!" (Joh 11,43) wieder ins Leben rief. Für ihn hatte ja seine Schwester Jesus um Hilfe gebeten. Der Mensch muss sich nach Gott ausstrecken, auch stellvertretend für andere, dann macht Gottes Gnade den Weg frei vom Tod zum Leben.
Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.
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