Städel Museum Frankfurt am Main

27.01.2009 | Frankfurt am Main
Ausstellungsprogramm 2009

Bis 22. März 2009 Kuppelsaal Reconsidered. Luc Tuymans" Werkauswahl aus der Städelsammlung Der belgische Maler Luc Tuymans, einer der bedeutendsten und gefragtesten Maler der Gegenwart, hat 2007 als Nachfolger von William Kentridge die Max-Beckmann-Stiftungsprofessur an der Städelschule angetreten. Im Juni 2007 hielt er zum Auftakt seiner Lehrtätigkeit drei öffentliche Vorträge im Städel Museum, in denen er über seine Erfahrung mit dem Kunstbetrieb sprach. Durchaus skeptisch beurteilte er die Rolle der Kunstkritik, der Kultursubventionen sowie der Einflussnahme von Kuratoren. Luc Tuymans hat - wie bereits William Kentridge vor ihm - die Professur mit einer eigens für das Städel Museum entwickelten Ausstellung beschlossen. Während seiner Aufenthalte in Frankfurt nahm er die Gelegenheit wahr, die Sammlungsbestände und vor allem die Depotbestände des Museums eingehend zu besichtigen. Aus dem Gesamtbestand wählte der Künstler eine Reihe von 15 Bildnissen aus fünf Jahrhunderten aus, die er im Rahmen der Ausstellung "Reconsidered" ergänzt durch ein eigenes Triptychon mit dem Titel "Eyes" aus dem Jahr 2001 im Kuppelsaal vorstellt und schriftlich kommentiert. Außerdem nahm Tuymans in den Galerieräumen zur Kunst des 19. Jahrhunderts eine weitere Intervention vor und stellte Fernand Khnopffs Bild "Der Jagdaufseher" sein Gemälde "Against the Day" gegenüber, das damit im Städel erstmals öffentlich präsentiert wird. Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer (Städel Museum) Bis 22. März 2009 Kabinett zum Main Fokus auf Auguste Rodin: Faun / Le vieil arbre / Le vieil chêne, um 1885, Inv. Nr. SGP 6 Zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg erwarb das Städel Museum Auguste Rodins knapp 40 cm hohe bronzene Figurengruppe "Faun" aus der Zeit um 1885 bei dem Pariser Kunsthändler Eugène Druet. Druet war damals nicht nur der wichtigste Händler für die Arbeiten Rodins, sondern auch sein bedeutendster Fotograf. Die Figurengruppe "Faun" setzt sich aus einem phantastischen pferdefüßigen männlichen Wesen und einer dieses geradezu bedrängenden weiblichen Figur zusammen. Beide sind dem kleinteiligen Programm des ab 1880 entwickelten Höllentors - dem ursprünglich zweiflügeligen Bronzeportal zum Pariser Musée des Arts décoratifs - entnommen. Rodin wandelte das Figurenprogramm der Höllenpforte immer wieder ab, arrangierte neu und konnte durch die Mehrdeutigkeit jede Figur isoliert und verändert in einem anderen Kontext wieder verwenden. Die Ausstellung untersucht sowohl das Thema der Figurengruppe - die wilden Waldwesen in entfesseltem erotischem Zueinander -, als auch den Einsatz der Assemblage sowie die Erwerbs- und Publikationsgeschichte dieser nach wie vor eigenwilligen und irritierenden Figurengruppe. Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer (Städel Museum) Gefördert durch: Schering Stiftung Ausstellungsprogramm 2009 des Städel Museums, 2. Februar 2009, Seite 2 von 7 Bis 1. März 2009 Städel-Anbau, OG Konstellationen IV. Material/Form/Mensch/Stadt "Konstellationen IV" präsentiert die Sammlungen des Städel Museums nach 1945 in einer ungewohnten Lesart. Unabhängig von Epochengrenzen und kunsthistorischen Kategorisierungen werden die Werke in vier Räumen unter vier Begriffen geordnet: Material, Form, Mensch und Stadt. Das führt auf den ersten Blick Gegensätzliches zusammen und beleuchtet Bekanntes in neuen Zusammenhängen. Die vier Themen sind bewusst offen gewählt, ohne Anspruch auf grundlegende oder allgemeine Gültigkeit. Sie bieten dem Betrachter eine modellhafte Lesart, die ihm an Beispielen vorführt, wie auch im Everything Goes der Gegenwartskunst Erklärungsmuster und Deutungen möglich sind. In diese pointierte Neupräsentation der Malerei des späten 20. Jahrhunderts integriert sind gleich mehrere Sammlungsneuzugänge: Während die Gemälde von Thomas Bayrle sowie die Arbeit von Hanne Darboven durch den Städelschen Museums- Verein erworben werden konnten, verdanken sich die beiden Porträts von Eugen Schönebeck einer großzügigen Dauerleihgabe aus Privatbesitz. Ergänzt werden sie durch eine Schenkung wichtiger Schönebeck-Zeichnungen. Erstmals wird eine "Konstellationen"-Schau und damit die Sammlung der Kunst nach 1945 durch Werke aus den Beständen der DZ Bank Sammlung im Städel Museum abgerundet, um die beiden Sammlungsteile sinnstiftend miteinander zu verschränken. Kuratoren: Dr. Martin Engler (Städel Museum), Dr. Jutta Schütt (Städel Museum) Bis 28. Juni 2009 Galerie, Saal 4 "Das Heilige Köln" - Kölner Malerei im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt zu Gast im Städel Mit der Präsentation "Das Heilige Köln - Kölner Malerei im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit" führen das Städel Museum und das Hessische Landesmuseum Darmstadt ihre im Februar 2007 begonnene Kooperation fort und ermöglichen zum vierten Mal eine Gegenüberstellung erstrangiger Werke beider Häuser. Der Fokus der Sammlungspräsentation richte sich auf das künstlerische Schaffen von etwa fünf Malergenerationen mit bedeutenden Werken der Kölner Hauptmeister Stefan Lochner und Barthel Bruyn d. Ä, die die bildkünstlerische Vielfalt im "Heiligen Köln" des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit veranschaulichen. Zwischen der Pflicht, kölnische Maltradition zu bewahren, und der Neigung, neue Darstellungsinteressen auszuprägen, stärkten sie die Stadt Köln als Kunstzentrum ersten Ranges und beförderten einzigartig die Entwicklung hin zu einem neuzeitlichen Bildverständnis. Kuratoren: Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum), Dr. Theo Jülich (Hessisches Museum Darmstadt) Ausstellungsprogramm 2009 des Städel Museums, 2. Februar 2009, Seite 3 von 7 Bis 1. März 2009 Städel-Anbau, EG Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden Der Meister von Flémalle (häufig mit dem in Tournai tätigen Künstler Robert Campin gleichgesetzt) und Rogier van der Weyden (der nachweislich zwischen 1427 und 1432 in der Campin-Werkstatt tätig war) sind neben den Brüdern van Eyck für die Entstehung und frühe Entwicklung der niederländischen Malerei von zentraler Bedeutung. Sie stehen für die Entdeckung der sichtbaren Welt, die dank einer raffinierten neuen Maltechnik, der Ölmalerei, in bis dahin ungesehener detailrealistischer Manier geschildert wird. Auch wenn der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden zu den bedeutendsten und innovativsten europäischen Künstlern des 15. Jahrhunderts zählen, auch wenn ihre detailreichopulenten und erzählenden Gemälde zu den schönsten und populärsten Werken der Kunst an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit gehören, so hat es bis heute doch noch keine monographische Ausstellung gegeben, die sich diesen beiden Malern und ihrem Werk gewidmet hat. Dabei ist gerade die Abgrenzung der jeweiligen Werkkomplexe bis heute umstritten. Allein vier monumentale Buchmonographien, die zu teilweise drastisch divergierenden Antworten auf diese Frage kamen, wurden den beiden Künstlern in den letzten Jahren gewidmet. In dieser Situation bietet die vom Städel Museum gemeinsam mit der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin organisierte Ausstellung erstmals die große Chance, in dieser kontroversen Frage auf der Basis des direkten Vergleichs zu überzeugenden Antworten zu gelangen. Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum) Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Seiner Majestät Albert II., König der Belgier, und Bundespräsident Horst Köhler. Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt, und der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Weitere Station: Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, 20. März bis 21. Juni 2009 Gefördert durch: Deutsche Bank AG 6. bis 8. März 2009 Städel-Anbau, EG Michael Riedel. Vier Vorschläge zur Veränderung Auf Einladung des Städel-Direktors Max Hollein führt der Künstler Michael Riedel (geb. 1972) ein Parallelprojekt zur Ausstellung der altniederländischen Malerei durch. Im Zentrum seines Interesses stehen dabei weniger die Kunstwerke selbst als vielmehr die Vermittlungsmedien - vom Flyer bis hin zum Katalog. Durch seine Eingriffe in deren Produktion schafft er eine Bildsprache, deren Begrifflichkeit sich vom ursprünglichen sinngemäßen Zusammenhang der Vorlagen entfernt. In den leeren Räumen der Altniederländerausstellung präsentiert Michael Riedel seine Vorschläge zur Veränderung vom 6. bis 8. März 2009. Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer Gefördert durch: 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse Ausstellungsprogramm 2009 des Städel Museums, 2. Februar 2009, Seite 4 von 7 6. März bis 7. Juni 2009 Graphische Sammlung Michelangelo. Zeichnungen und Zuschreibungen In der Graphischen Sammlung im Städel Museum befindet sich eine Zeichnung, deren Zuschreibung an Michelangelo in der Vergangenheit kontrovers diskutiert wurde - mal galt sie als eigenhändig, mal als Schülerarbeit. Zuletzt wurde sie von einigen Experten wieder Michelangelo zugeschrieben. Ausgehend von diesem Blatt, widmet sich die Ausstellung der Frage der "Zuschreibung", die im Fall der Zeichnungen Michelangelos besonders umstritten ist. Anhand einiger bedeutender Leihgaben, vor allem aus dem British Museum in London, aber auch aus anderen europäischen Sammlungen, werden die Themen Original, Kopie, zeichnerischer Stil und Qualität besprochen. Das Blatt des Städel Museums steht im Zusammenhang mit sogenannten "Lehr-Zeichnungen", auf denen Michelangelo Motive zeichnete, die dann von Schülern auf demselben Blatt kopiert wurden. Die unmittelbaren Vergleiche von Qualität und Stil, die hier möglich sind, lassen sich auch bei einigen eigenhändigen Zeichnungen Michelangelos und Kopien nach diesen von anderen Künstlern anstellen, oder auch anhand eines Blattes von Michelangelo und eines von Sebastiano del Piombo, die beide in Vorbereitung desselben Gemäldes entstanden sind. Diese konzentrierte Ausstellung wird etwa 25 Werke umfassen, darunter 14 eigenhändige Zeichnungen und Briefe Michelangelos. Die Ausstellung gibt Hilfen, die Qualität von Zeichnungen zu erkennen und lädt die Besucher ein, selbst genau hinzusehen, zu vergleichen und sich eine Meinung zu bilden. Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum) Gefördert durch: Hannelore Krempa Stiftung 1. April bis 26. Juli 2009 Städel-Anbau Caravaggio in Holland. Musik und Genre bei Caravaggio und den Utrechter Caravaggisten Jüngst hat das Städel Museum in Frankfurt ein bedeutendes Gemälde des Utrechter Malers Dirck van Baburen aus dem Jahre 1622 erworben, das einen jungen Sänger zeigt, der in virtuoser Weise eine Probe seiner Kunst gibt. Dieses kleine Meisterwerk der Beobachtung wie der Inszenierung zugleich steht im Kontext einer ganzen Reihe von eng verwandten Musikantendarstellungen, die alle in den 1620er Jahren in Utrecht entstanden sind. In diesem Zeitraum war die holländische Stadt geradezu ein künstlerisches Laboratorium, in dem die Maler mit der neuartigen Bilderfindung experimentierten und im Wettstreit miteinander immer wieder neue Lösungen entwickelten. Die drei Großen unter ihnen, Hendrick Terbrugghen, Gerard van Honthorst und Dirck van Baburen, hatten zuvor jeweils ein ganzes Jahrzehnt in Rom verbracht, wo sie die Kunst Caravaggios studierten und bald auch mit eigenen Bilderfindungen im Stile des Vorbilds reüssierten. Die Ausstellung versammelt zum ersten Mal eine umfangreiche und hochkarätige Auswahl von Musikanten- und Bordellbildern dieser sog. Utrechter Caravaggisten. Deren Werken gegenübergestellt werden exquisite Gemälde Caravaggios, mit denen sich die Utrechter auseinandersetzten. Caravaggios berühmter "Lautenspieler", die Inkunabel des barocken Musikantenbildes, steht dabei im Mittelpunkt. Museen aus ganz Europa und den USA unterstützen dieses Projekt mit wichtigen Leihgaben. Zu den Leihgebern zählen u. a. das Kunsthistorische Museum in Wien, die Alte Pinakothek in München, das Rijksmuseum in Amsterdam, das Centraal Museum in Utrecht und das Museum of Fine Arts in Boston. Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum) Ausstellungsprogramm 2009 des Städel Museums, 2. Februar 2009, Seite 5 von 7 9. April bis 6. September 2009 Kabinett zum Main Fokus auf Andrea Mantegna: Der Evangelist Markus, um 1450 (Inv. Nr. 1046) Die um 1450 entstandene halbfigurige Darstellung des Evangelisten Markus hinter einer steinernen Fensteröffnung aus der Sammlung des Städel war trotz der auf dem Cartellino am unteren Bildrand angebrachten Signatur lange Zeit hinsichtlich ihrer Zuschreibung umstritten. Spätestens seit einer in den 1990er Jahren durchgeführten Reinigung und Restaurierung, die die hohe Qualität der auf Leinwand ausgeführten Malerei wieder zur Geltung brachte, gilt es übereinstimmend als eigenhändiges Werk aus der Frühzeit des Künstlers und damit als eines der frühesten erhaltenen Werke Mantegnas überhaupt. Im Rahmen der Fokus-Ausstellung sollen die diversen Vorbilder aufgezeigt werden, derer sich der junge Mantegna für seinen Evangelisten Markus bediente. Hierzu zählen neben der genauen Kenntnis der Regeln der Zentralperspektive einerseits Impulse aus dem zeitgenössischen Kunstschaffen in Padua sowie eine erkennbar von antiken Vorbildern abgeleitete Motiv- und Formensprache. Andererseits lässt der ausgeprägte Detail- und Oberflächenrealismus eine Berührung mit der frühniederländischen Kunst erkennen. Zudem geht das heutige Erscheinungsbild auf eine tiefgreifende konzeptuelle Veränderung während des Ausführungsprozesses zurück, wie der Befund von Röntgenbild und Infrarotreflektographie zeigt. Mit der Frage nach der ursprünglichen Komposition ergibt sich zugleich diejenige nach dem möglichen Kontext, für den die Leinwand in der ersten Konzeption gedacht gewesen sein könnte. Kurator: Gabriel Dette (Städel Museum) Gefördert durch: Schering Stiftung 13. November 2009 bis 28. Februar 2010 Städel-Anbau Botticelli Die Malerei des Sandro Botticelli (um 1445-1510) ist zu einem Markenzeichen der italienischen Renaissance geworden. Ideale Schönheit und heitere Festlichkeit machen seine Werke zum Inbegriff der Florentiner Kunst im Goldenen Zeitalter der Medici-Herrschaft unter Lorenzo il Magnifico. Zwei monumentale, mit der Medici-Dynastie verbundene Bildnisse stehen im Zentrum der ersten gattungsübergreifende Ausstellung Botticellis in Deutschland. Das Porträt des Giuliano de"Medici (Washington, National Gallery) und das idealisierte Bildnis einer unbekannten Schönheit (Frankfurt, Städel Museum), die möglicherweise als Giulianos geliebte Turnierdame zu identifizieren ist, werden erstmals nebeneinander zu sehen sein. Weitere Beispiele der hoch entwickelten Florentiner Bildniskunst, darunter auch Werke der erfolgreichsten Kollegen Botticellis, werden eindrucksvoll die wesentlichen Impulse vor Augen führen, die er dieser Gattung bescherte. Einige der Porträts machen den Kreis seiner Auftraggeber lebendig, für deren Paläste er große mythologische Gemälde und kostbare Andachtsbilder ausführte. Botticellis mythologische Darstellungen und Allegorien - aus den Uffizien wird die berühmte "Minerva" zu sehen sein - stehen den Themen der humanistischen Poesie und den glanzvollen Festlichkeiten am Hof der Medici sehr nah. Dem in diesem Kontext kultivierten Lob tugendreicher Schönheit und Liebe entspringt das Ideal weiblicher Schönheit, das im Fokus der Ausstellung steht. Für seine schönen Göttinnen setzte Botticelli ebenso wie für seine zahllosen Madonnen einen zumeist nur wenig variierten idealen Typus ein. Ausblicke auf das Spätwerk des Meisters, in dem er sich - Ausstellungsprogramm 2009 des Städel Museums, 2. Februar 2009, Seite 6 von 7 möglicherweise beeinflusst von den Ideen Savonarolas - mit großer Strenge hauptsächlich religiösen Darstellungen widmete, werden die Ausstellung beschließen. Ergänzend gestatten zahlreiche Zeichnungen Botticellis, Werke seines Lehrers und seiner Schüler bzw. Nachfolger einen Einblick in die Entwicklung und die Arbeitsprozesse seines Schaffens. Botticelli war neben Verrocchio, Ghirlandaio und den Brüdern Pollaiuolo einer der erfolgreichsten Meister im Florenz der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Über viele Jahre galt ihm die Gunst der regierenden Medici und ihrer Parteigänger. Dank prestigeträchtiger Aufträge genoss er höchstes Ansehen über die Grenzen der Stadt hinaus. So zählte er mit in den Kreis der Maler, die Papst Sixtus IV. zur Ausstattung der Sixtinischen Kapelle nach Rom bestellte. Die in dieser Ausstellung versammelten Werke, darunter Leihgaben aus zahlreichen Museen der Welt werden unmittelbar greifbar machen, wie wegweisend Botticellis Inventionen für die Entwicklung der Kunst am Ursprungsort der Renaissance waren. Kurator: Dr. Andreas Schumacher (Städel Museum) Gefördert durch: Commerzbank-Stiftung November 2009 Galerie Peter Roehr Als der Frankfurter Künstler Peter Roehr 1968 im Alter von nur 23 Jahren stirbt, hinterlässt er mehrere Hundert Arbeiten, die ausnahmslos die Idee der seriellen Wiederholung verfolgen. Aus gefundenem Alltagsmaterial entstehen immer wieder neue Foto-, Text-, Typo-, Objekt-, Ton- und Filmmontagen, die das Konzept der Redundanz ausloten. Dabei verzichtet Roehr sowohl auf eine inhaltliche Aussage, als auch auf eine künstlerische Handschrift. Das formale Repertoire ist bewusst reduziert auf die Auswahl, die Bestimmung der Anzahl und die Anordnung des Objekts. Das verwendete Element bleibt kenntlich, geht jedoch auf in der Serie, so dass die ursprüngliche Form- und Farbenstruktur in der Wiederholung ihre Potenzierung erfährt. Im letzten Jahr konnte das Städel Museum mit den 10 "Schwarzen Tafeln" ein Hauptwerk des Künstlers erwerben, in dem die Methode nicht-narrativer Reihung identischer Objekte kulminiert. Der mit dem zeitlichen Abstand von vier Jahrzehnten noch sehr viel mehr in den Vordergrund tretende Alltagsbezug lädt die Arbeiten Roehrs in erstaunlicher Weise auf und macht sie zu erzählfreudigen Formulierungen zwischen Ready Made und Serialität, zwischen Pop und Minimal, zwischen Alltag und Abstraktion. Dass der gestrenge Formalismus Roehrs also viel reichhaltiger und erzählfreudiger ist, als er auf den ersten Blick erscheinen mag, zeigt die Ausstellung "Peter Roehr" Eine Kooperation von Städel Museum, Frankfurt am Main, und des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Kuratoren: Dr. Martin Engler (Städel Museum) und Dr. Andreas Bee (Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main)

Quelle: Pressemeldung Städel Museum

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