Schmerz: Erfolg mit Traditioneller Chinesischer Medizin

30.09.2006 | Hamburg
TCM-Messe der HanseMerkur und der DAK ein voller Erfolg

Es war der letzte Tag der Messe für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) im Atrium der HanseMerkur. Rund 1.500 Besucher haben sich in den vergangenen Tagen im Rahmen der CHINA TIME-Präsentation der HanseMerkur Krankenversicherung aG und der DAK über die Traditionelle Chinesische Medizin informieren können. Viele der Besucher kamen mit einem persönlichen Anliegen. Und nicht wenigen konnte nach eingehender Diagnostik der Ärzte direkt im Rahmen der viertägigen Veranstaltung geholfen werden. Durch die wissenschaftlichen Vortäge von Dr. med. Johannes Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für TCM, und seiner Kollegen erfuhren die Besucher viel Wissenswertes über die Jahrtausende alten und immer noch aktuellen Heilmethoden. Im Laufe des letzten Messe-Tages referierte zunächst der Bad Pyrmonter Arzt für TCM, Dr. med. John Zhou, zum Themenkomplex "Selbst-Akupressur und Tuina-Massage". Am Abend folgten dann rund 200 Zuhörer den Ausführungen von Dr. med. Sven Schröder, Facharzt für Neurologie, zum Thema "Migräne und Kopfschmerzen - reicht die Akupunktur?"

Selbst-Akupressur und TUINA-Massage

Im Rahmen seines Vortrages führte Dr. med. John Zhou, Arzt an der Klinik Dr. Otto Buchinger in Bad Pyrmont aus, wie die Heilwirkung der Chinesischen Medizin auch zuhause eingesetzt werden kann. Die chinesische Manuelle Therapie - Tuina-Massage genannt - ist im Westen zwar bekannt, aber bislang wurde ihr Stellenwert nicht richtig eingeschätzt. Sie ist wie eine verborgene Perle" der Medizin. Als eine der ältesten Therapieformen dieser Erde verkörpert die Manuelle Therapie die natürlichste Behandlungsform der Medizin. Das gezielte Ausüben von Druck auf spezielle Akupunktur-Punkte des Körpers kann die lokale Blutzirkulation fördern und darüber Stasen des Blutes beseitigen. Schlaflosigkeit, Schmerzen verschiedener Ursachen, Kopfschmerzen und viele weitere Symptome können so behandelt werden.

Im Laufe seiner Tätigkeit als Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin, mit Schwerpunkt Tuina-Therapie, hat Dr. John Zhou die sogenannte Gecko-Ball-Tuina-Gymnastik entwickelt. Diese Methode ermöglicht es dem Menschen, die krankheitsverursachenden energetischen Blockaden und Muskelverspannungen selbst zu lösen. "Die Gecko-Ball-Akupressur-Gymnastik kommt aus der Selbst-Akupressur, ist aber effektiver", führte Zhou aus.

Der Gecko-Ball besteht aus zwei 6 cm großen Naturkautschuk-Bällen. Innen hat jeder zwei 500 GS Magneteinsätze, und die beiden Bälle sind von einer Kordel durchzogen. Sie ermöglichen es dem Patienten, jede Stelle des Körpers zu erreichen und den notwendigen Druck mit dem eigenen Körpergewicht auszuüben. Durch die Magnete kann zusätzlich ein Magnetfeld-Therapieeffekt erreicht werden. Die grundlegenden Manipulationen mit Hilfe des Gecko-Balls erfolgen durch Rollen, Drücken, Schieben und Klopfen. Die Anwendung ist leicht und vielfältig. Dabei hat dieses Verfahren hinsichtlich der Stimulation der Akupunkturpunkte und der Entspannung verspannter Muskeln die gleiche Wirkung wie die traditionelle Chinesische Akupressur. Zhou zeigte beispielhaft für ausgewählte Krankheitsbilder die verschiedenen Anwendungspunkte am Körper.

Zum großen neurologischen Komplex "Kopfschmerzen" konnte der Hamburger Neurologe Dr. Sven Schröder im Laufe des Abends viele der Zuhörer mit neuen Erkenntnissen überzeugen. Er führte aus, dass die Wirkungen der Akupunktur auf Kopfschmerzen und Migräne jüngst in großen Studien der deutschen Krankenkassen untersucht wurden. Erstaunlicherweise war die Akupunktur der Standardtherapie zwar deutlich überlegen, es wurde aber nur ein geringer Unterschied zur "Scheinakupunktur" gefunden. Schröder erläuterte eindringlich, dass eine genaue chinesische Diagnose für eine wirksame chinesische Akupunkturbehandlung von größter Bedeutung ist. Welche Kopfbereiche schmerzen? Treten Begleitsymptome auf? Wie treten die Schmerzen auf, und welchen Schmerzcharakter haben sie? Auch sonstige Erkrankungen, Mangelzustände oder Regulationsprobleme anderer Körperregionen sowie äußere Faktoren (z.B. Folgen von Kälteeinwirkung und Luftzug) spielen eine Rolle. Nur mittels einer genauen chinesischen Diagnose, die Aussagen über den neurovegetativen Funktionszustand des Menschen ermittelt, kann ein individuell abgestimmtes, optimales Therapiekonzept zusammengestellt werden. So gelingt es dem Therapeuten, den Patienten von seinen oft massiven Kopfschmerzen zu befreien.

Wird beispielsweise ein Mangelzustand ermittelt (z.B. Blutarmut), so können nach einer chinesischen Ernährungsberatung "Fehler" ausgeglichen werden. Ergänzend können exakt wissenschaftlich zusammengestellte Heilkräuter-Rezepturen das Funktionsgewebe oder auch die Blutbildung stärken. Auch bei psychischen Belastungen oder Dauerstress wird der Patient immer wieder unter starken Verspannungen leiden, wodurch die Akupunkturbehandlung nicht dauerhaft wirken kann. Hier gilt es ebenfalls, mit zusätzlichen Methoden der TCM auf den Körper einzuwirken. In diesem Fall müssen ergänzend Qigong oder Taiji-Übungen durchgeführt werden, um die Entspannungsfähigkeit des Patienten wieder herzustellen. Tunia-Massagen sowie psychotherapeutische Behandlungen (PTTCM) können hier ergänzend eingesetzt werden.

Das Fazit des Vortrages von Dr. med Sven Schröder lautet: Standard-Akupunkturkonzepte können Kopfschmerzen allenfalls kurzfristig beeinflussen. Mittel- und langfristig kann nur eine Behandlung nach eingehender chinesischer Diagnostik erfolgreich sein. Mit dem sich daraus ergebenden Behandlungsplan kann die Akupunktur-Therapie effektiver eingesetzt werden, so dass sie langfristiger und nachhaltiger wirkt. Ergänzend werden je nach Krankheitsbild Heilkräutertherapie, Diätetik, Tuina und Qigong therapeutisch eingesetzt, so dass Kopfschmerz und Migräne erfolgreich behandelt werden können.

Quelle: Pressemeldung HanseMerkur Krankenversicherung AG

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