Krankenstand wie vor zehn Jahren
Erstmals hat die Krankenkasse dabei nicht nur die Daten zu Krankschreibungen und Arzneiverordnungen des vergangenen Jahres analysiert, sondern die Entwicklungen einer ganzen Dekade betrachtet.
Hauptursachen für Fehlzeiten der Beschäftigten und Arbeitslosen in Deutschland sind danach neben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zunehmend psychische Störungen. Von den gut zwölf Tagen, die jeder im letzten Jahr krankgeschrieben war, waren 1,6 Tage psychisch bedingt.
Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes: "Die Arbeitswelt hat sich in diesen zehn Jahren deutlich gewandelt. Immer mehr Beschäftigungsverhältnisse sind befristet, dank moderner Kommunikationsmittel sind wir mittlerweile rund um die Uhr und nahezu überall erreichbar. Das geht an den Menschen nicht spurlos vorbei." Klusen bezeichnete die heutige Arbeitswelt als "Pop up-Gesellschaft", in der der Arbeitsrhythmus immer seltener selbstbestimmt ist. Immer häufiger würden der Computerbildschirm und die darauf erscheinenden Pop up-Fenster über neue Posteingänge, Kurznachrichten und Ähnliches Arbeitsabläufe diktieren.
Beunruhigend ist laut TK auch das enorme Volumen der verordneten Antidepressiva, das sich innerhalb der letzten zehn Jahre bei Frauen nahezu verdoppelt hat. Bei Männern liegt der Zuwachs sogar bei fast 120 Prozent. Auffällig ist zudem, dass arbeitslose Frauen doppelt so viele Antidepressiva erhalten wie berufstätige Frauen. Arbeitslose Männer liegen sogar um 200 Prozent über dem Volumen der Berufstätigen. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover (ISEG), der die Daten für die TK ausgewertet hat: "Arbeitslose sind von nahezu allen Diagnosen häufiger betroffen als jede andere Gruppe. Besonders groß ist die Schere jedoch bei den psychischen Störungen."
Die hohen psychisch bedingten Fehlzeiten entstehen aber nicht nur durch eine steigende Anzahl von Krankheitsfällen, sondern in erster Linie durch die sehr lange Krankheitsdauer. Dies zeigen auch die Daten zum Krankengeld, auf das Erwerbspersonen Anspruch haben, die länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind. In den ersten Jahren dieser Dekade war der Krankengeldbezug noch rückläufig. 2004 machten die mit Krankengeld verbundenen Fehlzeiten gut 26 Prozent der Gesamtfehlzeit aus und ein durchschnittlicher Krankengeldanspruch dauerte 84 Tage. Seit der Einführung der Hartz-Gesetzgebung ist der Anteil der mit Krankengeld verbundenen Arbeitsunfähigkeiten auf fast 30 Prozent gestiegen und jeder Anspruch dauert im Durchschnitt fast 100 Tage.
"Viel wurde in den letzten Jahren über den Zusammenhang von Konjunktur und Krankenstand diskutiert. Die Zehn-Jahresbetrachtung des TK-Gesundheitsreports zeigt, dass sehr viele verschiedene Ereignisse - Arzneimittelskandale, Gesetzesänderungen und Arbeitsmarktreformen - die Fehlzeiten auf verschiedenste Weise beeinflussen", erklärte Klusen. Die auffälligsten Veränderungen bei den Gesundheitsdaten zeigen sich nach Einführung der Hartz-Gesetze ab 2005. "Das zeigt, dass auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen deutliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen haben. Gesundheitspolitik ist also weit mehr als das Entwickeln von Sparmaßnahmen für die gesetzliche Krankenversicherung", so der TK-Vorstand.
Quelle: Pressemeldung Techniker Krankenkasse
Weitere News
Gartenmöbel: Komfort und Sicherheit müssen stimmen
20.04.2012 | Wenn das schöne Wetter nach draußen lockt, dürfen gemütliche Stühle, Liegen und Tische nicht fehlen. "Beim...
weiter in Gartenmöbel: Komfort und Sicherheit ...Online-Adventskalender basteln und verschenken
23.11.2011 | Evangelische Aktion "Alles hat seine Zeit - Advent ist im Dezember"
weiter in Online-Adventskalender basteln und ...Mainz macht Medienzukunft
15.11.2011 | Medienwirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten am Ausbau des Aus- und Weiterbildungsstandortes -...
weiter in Mainz macht Medienzukunft ...OpenOffice.org Pressemitteilung
31.10.2011 | OpenOffice.org 3.3 steht jetzt zum produktivem Einsatz bereit
weiter in OpenOffice.org Pressemitteilung ...Kienbaum-Studie zu den Trends bei Mitarbeiterbefragungen
20.10.2011 | Die Mitarbeiter zu fragen, zahlt sich aus
weiter in Kienbaum-Studie zu den Trends bei ...Aktuelles
Nominierung für wer Rettet Dina Foxx?
Das crossmediale Projekt "Wer rettet Dina Foxx?" wurde in...
weiter ...Wiederkehrende Wartungsarbeiten an einem Drucker
Den Drucker regelmäßig und richtig warten. Der Drucker ist...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Energiesparende Haushaltsgeräte
Eine gute Gelegenheit, einen Gutschein über Energiesparende...
weiter ...Archiv
Urlaub im Tempel: neue Auswahl besonderer Übernachtungsmöglichkeiten in Thailand
Thailand gehört zu den Ländern, in die Reisende gerne immer...
weiter ...Melanie Layer gewinnt Sommelier- Cup 2011 des Deutschen Weininstituts
Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat heute im Rahmen des...
weiter ...Verschiedenes
Gartenmöbel: Komfort und Sicherheit müssen stimmen
Wenn das schöne Wetter nach draußen lockt, dürfen gemütliche...
weiter ...Online- Adventskalender basteln und verschenken
Evangelische Aktion "Alles hat seine Zeit - Advent ist im...
weiter ...
