Junge Forscher im Fokus

24.11.2009 | Neuss
Der Espertise Talent Award von 3M ESPE ist seit über zehn Jahren eine begehrte Auszeichnung und Fördermöglichkeit für den zahnmedizinischen Nachwuchs. Im jährlichen Wechsel findet jeweils eine Ausschreibung für deutschsprachige Nachwuchswissenschaftler sowie für internationale Talente statt.

In einer Präsentation von 20 Minuten Dauer referieren die Bewerber über eine eigene zahnmedizinische Arbeit oder Studie und werden von einem Gremium aus internen und externen Experten bewertet. Berücksichtigt werden bei der Burteilung sowohl Thema, Inhalt und Didaktik als auch die Art der Präsentation sowie die Persönlichkeit des Teilnehmers. Mit dem Wettbewerb fördert 3M ESPE junge Nachwuchswissenschaftler nachhaltig.

Zu den Gewinnern des letzten deutschsprachigen Espertise Talent Award gehörten Dr. Friederike Schenke (Regensburg) auf dem dritten Platz und Dr. Sebastian Quaas (Ulm) als Zweitplatzierter. Dr. Michael Taschner (Abb. 1), der als Wissenschaftlicher Assistent an der Zahnklinik 1 - Zahnerhaltung und Parodontologie in Erlangen tätig ist, überzeugte die Jury in jeder Hinsicht und landete ganz oben auf dem Siegertreppchen. Im folgenden Interview berichtet er von den Erfahrungen, die er bei dem Wettbewerb und in der Folge gemacht hat.

Herr Dr. Taschner, Sie sind als Sieger aus dem Wettbewerb um den Espertise Talent Award von 3M ESPE hervorgegangen. Bitte erläutern Sie uns kurz den Ablauf der Veranstaltung!

Da sich alle Teilnehmer bereits am Vorabend des Events im oberbayerischen Seefeld, dem Sitz der europäischen Zentrale von 3M ESPE (Abb. 2), einfanden, hatten wir Gelegenheit unsere Mitstreiter zunächst in ungezwungener Atmosphäre kennen zu lernen. Der Wettbewerb fand dann am folgenden Tag im dortigen Schulungszentrum von 3M ESPE statt, wo wir unsere Präsentationen einer fachkundigen Jury vorgetragen haben und im Anschluss Fragen zu unseren Vorträgen diskutierten. Auf das Urteil des Gremiums haben wir gemeinsam gewartet und dabei versucht, uns von unserer Anspannung durch Gespräche über die verschiedenen Präsentationsthemen abzulenken. Als ich schließlich als Gewinner verkündet wurde, war ich überglücklich. Abschließend haben wir alle zusammen gefeiert und hatten dabei auch Gelegenheit, Kontakte für künftige wissenschaftliche Forschungsvorhaben zu knüpfen.

Welches Thema haben Sie in Ihrer Präsentation erörtert?

Ich habe mich der Befestigung keramischer Inlays aus dem Material IPS Empress und dem selbstadhäsiven Composite Befestigungszement RelyX Unicem gewidmet.

Mittlerweile existieren eine ganze Reihe von Förderpreisen - was hat Sie dazu bewogen, mit Ihrer Arbeit speziell an dem Espertise Talent Award teilzunehmen?

Neben der Möglichkeit mich mit anderen Nachwuchswissenschaftlern auf hohem Niveau zu messen, war die Aussicht auf einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an einer renommierten Universität meiner Wahl für mich der entscheidende Anreiz.

Und an welcher Universität haben Sie Ihren Forschungsaufenthalt verbracht?

Ich erhielt die Möglichkeit, unter Prof. Lorenzo Breschi, DDS, PhD zu arbeiten, der an den Universitäten in Triest und Bologna tätig ist. Seine Laboratorien bieten ausgezeichnete und meines Wissens nach einzigartige Voraussetzungen für den von mir angestrebten Forschungszweck und ich sah die Chance, in dieser Umgebung neue wissenschaftliche Methoden zu erlernen, um diese ggf. in der Folge auch an unserer Klinik in Erlangen anzuwenden. Meine Wahl hat sich als absolut richtig erwiesen - nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht, sondern auch aufgrund der beeindruckend unbürokratischen und herzlichen Art, die mir von der ersten Kontaktaufnahme über meinen gesamten Aufenthalt hinweg entgegengebracht wurde.

Welches Ziel haben Sie mit Ihrer Untersuchung während des Forschungsaufenthaltes verfolgt?

Ich habe Adhäsivsysteme unter Anwendung unterschiedlicher Konditionierungen von Schmelz und Dentin sowie verschiedener Alterungsmethoden untersucht. Ziel war es, mittels Lichtmikroskop und Transmissionselektronenmikroskop (TEM) festzustellen, welchen Einfluss diese auf die Aspekte Microshear, Microtensile und Nanoleakage haben. Die Ergebnisse werden in Kürze zur Publikation eingereicht.

Werden Sie Ihre Untersuchungen auf diesem Gebiet fortsetzen?

Das habe ich bereits: Im Oktober 2009 konnte ich in Bologna bei Prof. Breschi meine 6-Monatsproben testen. Weitere Untersuchungen sind für das Jahr 2010 geplant.

Wie lautet Ihr Fazit zum Espertise Talent Award von 3M ESPE?

Durch die Teilnahme an dem Wettbewerb habe ich wichtige Kontakte knüpfen können und die Möglichkeit erhalten, meine Forschungsarbeit effizient voranzutreiben. Ich freue mich auf die weiteren Projekte in Zusammenarbeit mit dem Team um Prof. Breschi und möchte die neuen Methoden, die ich auf diesem Weg kennen lernen konnte nach Möglichkeit auch an der Zahnklinik 1 in Erlangen etablieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dr. Michael Taschner

11/1997 - 01/2003 Studium der Zahnmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

01/2003 Approbation als Zahnarzt

04/2003 - 12/2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zahnklinik 1 - Zahnerhaltung und Parodontologie in Erlangen

11/2004 Promotion zum Dr. med. dent.

seit 12/2004 Wissenschaftlicher Assistent an der Zahnklinik 1 - Zahnerhaltung und Parodontologie in Erlangen

10/2006 Referent des ZBV Mittelfranken

09/2008 Gewinner des Espertise Talent Awards von 3M ESPE

02/2009 - 05/2009

und 10/2009 Forschungsaufenthalt bei Prof. Breschi, DDS, PhD an den Universitäten Bologna und Triest

Quelle: Pressemeldung 3M Deutschland GmbH

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