Jeden Mann über 40 kann es treffen - Weiterleben mit Prostatakrebs

15.06.2005 | Frankfurt
Mit etwa 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr bleibt das Prostatakarzinom trauriger Spitzenreiter unter den Krebsarten des Mannes: Allein in Deutschland sterben jedes Jahr rund 12.000 Patienten an Prostatakrebs.

Bislang galt die antihormonelle Beeinflussung der Prostatazellen als Standardtherapie des fortgeschrittenen Tumors - und ihr Versagen als Todesurteil für den Patienten. Doch neue Krebsmedikamente geben aktuell den Betroffenen neue Hoffnung: Ein modernes Zytostatikum aus den Nadeln der Eibe schafft als erste und einzige Chemotherapie für die betroffenen Männer eine Erhöhung der Lebenserwartung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität. Diese Chemotherapie mit dem Wirkstoff Docetaxel ist kein Wundermittel, doch zur Zeit das Beste, was wir beim fortgeschrittenen hormonunabhängigen Prostatakrebs haben", führte Prof. Peter Hammerer, Urologische Klinik Braunschweig, auf einer Pressekonferenz aus. "Die Zulassung für die Therapie des Prostatakrebses bedeutet für Patienten, die bisher als austherapiert galten, endlich neue Hoffnung", erklärte auch Christian Ligensa, stellvertretender Vorsitzender der BPS e.V.

Die Ansätze zur Behandlung von Prostatakrebs reichen von Abwarten und Beobachten bei sehr alten Patienten bis zu Operation, Strahlen-, Hormon- und Chemotherapie. Operative Entfernung und Strahlentherapie werden als gleichermaßen wichtige Therapien für die frühen Stadien von Prostatakrebs angesehen, während die Hormon- und Chemotherapie eher bei weiter fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt werden. In den fortgeschrittenen Stadien haben sich die Krebszellen in der Regel bereits auf benachbartes Gewebe wie die Lymphknoten oder Nerven ausgebreitet bzw. metastasiert. Wenn die Lymphknoten beteiligt sind, können sich die Krebszellen über das Lymphsystem im Körper verteilen. Sie können sich auch auf die Knochen, die Blase oder den Enddarm ausbreiten. Bei der Früherkennung eines Prostatakarzinoms spielt die Bestimmung des PSA-Wertes eine wichtige Rolle. "Seit der Einführung des PSA-Tests hat sich die Mortalität von Patienten mit einem Prostata-Karzinom verändert, wie epidemiologische Daten aus den Krebsregistern der USA zeigen. 40 Jahre lang lag die Sterblichkeit konstant bei etwa zehn Prozent. Seit Mitte der 90er Jahre fällt sie dagegen jährlich langsam um vier bis fünf Prozent ab", so Prof. Johannes Wolff, Caritas Krankenhaus, Bad Mergentheim. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet allerdings nicht, dass immer ein Prostatakarzimom vorliegen muss. Auch andere Ursachen wie eine Prostataentzündung können Ursache für eine Erhöhung sein. Der PSA-Wert ist ein Marker, der daruf hinweist, dass etwas mit der Prostata nicht in Ordnung ist. Gerade beim langsam wachsenden Prostatakrebs ist immer Zeit für weitere Untersuchungen zur Abklärung.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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