Harninkontinenz in Deutschland

07.06.2005 | Heidenheim
Wie viele Menschen sind wirklich betroffen?: Schätzungen, wie viele Menschen in Deutschland unter unfreiwilligem Urinabgang leiden, gibt es viele. Doch wirklich zuverlässige Daten fehlten bislang. Diese Lücke wurde nun durch eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung geschlossen. Insgesamt, so das Ergebnis der Untersuchung, leiden 12,6% der Deutschen an Harninkontinenz.

Prof. Manfred Beutel von der Universität Mainz und sein Forschungsteam untersuchten zum einen, wie viele Männer und Frauen in den verschiedenen Altersgruppen an Symptomen eines unfreiwilligen Urinabgangs leiden (Urologe 2005; 44: 232-238). Zusätzlich wollten sie die Frage klären, welche körperlichen und psychischen Beschwerden mit Inkontinenz einhergehen. Befragt wurden 883 Männer und 1182 Frauen.

Häufigkeit der Harninkontinenz ist altersabhängig

Die Studie konnte zum einen die schon aus anderen Untersuchungen bekannte Tatsache bestätigen, dass der Anteil der Menschen, die an Inkontinenz leiden, mit dem Alter zunimmt. Gaben nur 6,1% der 18 bis 40-Jährigen an, unfreiwillig Urin zu verlieren, stieg dieser Anteil von 9,5% bei den 41 bis 60-Jährigen auf 23% bei den über 60-jährigen Deutschen. Über alle Altersgruppen gerechnet litten 12,6% an Inkontinenz. Frauen waren dabei mit 15% im Vergleich zu Männern (9,5%) deutlich häufiger betroffen. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied wurde in allen Altersklassen beobachtet.

Inkontinenz beeinträchtigt die Lebensqualität

Wer in der Studie angab, an Inkontinenz erkrankt zu sein, litt gleichzeitig deutlich häufiger an weiteren körperlichen sowie psychischen Beschwerden. "Auch eine nur gering ausgeprägte Inkontinenz bedeutet für die Betroffenen eine nicht zu unterschätzende Belastung, dies umso mehr, je jünger die Betroffenen sind", schlussfolgern die Autoren. Knapp 80% der Inkontinenten gaben an, zusätzlich auch unter einem Drang zum Wasserlassen zu leiden. Bei den Gesunden waren es nur 13,5%. Etwa die Hälfte der Inkontinenten klagte über Verstopfung, einen geblähten Bauch sowie Jucken und Brennen im After. Unter den gesunden Befragten nannten lediglich zwischen 4 bis 14% diese Beschwerden. Auch Angstzustände, Depressionen oder Erschöpfungssymptome waren bei denjenigen Männern und Frauen signifikant häufiger anzutreffen, die angaben, inkontinent zu sein. Insgesamt leidet also durch Harninkontinenz die Lebensqualität der Betroffenen ganz erheblich.

"Mit unseren Daten können erstmals repräsentative Aussagen zum Vorkommen von Inkontinenz in der deutschen Bevölkerung getroffen werden", betonen die Autoren der Untersuchung. Allerdings, so schränken sie ein, seien die Symptome für Inkontinenz nicht nach objektiven Kriterien erhoben worden, sondern beruhten lediglich auf den Angaben der Befragten. Zudem wurde bei der Untersuchung nicht zwischen den verschiedenen Inkontinenzformen - Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz - unterschieden.

Absorbierende Hilfsmittel geben Sicherheit

Für die Behandlung von Harnkontinenz stehen verschiedene konservative, operative und medikamentöse Methoden zur Verfügung. Trotz dieser teilweise wirkungsvollen Behandlungsmöglichkeiten kann oft auf die Verwendung von absorbierenden Inkontinenzeinlagen und Inkontinenzslips nicht verzichtet werden. Begleitend zur Therapie eingesetzt, geben sie Betroffenen bis zur Beschwerdefreiheit zusätzliche Sicherheit. Dabei orientiert sich die Wahl eines geeigneten Inkontinenzprodukts unter anderem an der Menge des ausgeschiedenen Urins sowie an den gewohnten bzw. erforderlichen Wechselrhythmen. Hier bietet die PAUL HARTMANN AG für alle Formen und Schweregrade der Inkontinenz ein geeignetes Produkt an, das den Urin zuverlässig und unauffällig aufsaugt. So ist die anatomisch geformte Einlage MoliMed für leichte Formen indiziert, während die Inkontinenzvorlage MoliForm mit vier Saugstärken bei allen Schweregraden eingesetzt werden kann.

Quelle: Pressemeldung PAUL HARTMANN AG

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