Fängt das Aquarium in Wilhelmshaven seine tropischen Fische mit giftigem Zyanid?
Die Anfrage der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. vom 28. Januar an Herrn Volker Schiersch bezüglich der eingesetzten Fangmethoden der schillernd-bunten Bewohner im Wilhelmshavener Aquarium blieb bis heute unbeantwortet.
Während zahlreiche Zoos und Aquarien, wie z. B. das Meereszentrum Fehrmann, der Zoo Frankfurt und deutsche Sea Life Centren PETA schriftlich versicherten, sie würden keine tropischen Fische von Händlern kaufen, die Zyanid einsetzen, schwieg Wilhelmshaven bislang zu diesem Thema.
Zyanid ist ein Gift, das wenn es in das Wasser gespritzt wird, die Fische einschläfert, so dass sie leicht einzufangen sind. "Allerdings werden viele Fische und andere Tiere durch das Zyanid häufig vergiftet und sterben. Sollten sie den Fang und den Transport doch überleben, so wird ihre Lebenserwartung stark gesenkt und meist sterben sie nach wenigen Monaten in ihrer neuen ""Heimat". Die Korallenriffe werden zerstört, das Ökosystem bricht zusammen!" so Dr. Tanja Breining von PETA Deutschland e.V.
Dem Brief an das Aquarium wurde ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung beigelegt, der darüber berichtet, dass noch immer 90% aller tropischen Fische mit Zyanid betäubt und so aus den Riffen entnommen werden können. Diese Fische würden auch in europäische und deutsche Zoos und Aquarien importiert.
In dem Artikel ist zu lesen, dass nicht MAC - qualifizierte (Marine Aquarium Council) Fischer noch immer Zyanid einsetzen, um die tropischen Fische einzufangen. Und selbst diese Fischer kehren aufgrund der mangelhaften Bezahlung (von wenigen Cent bis zu 5 Euro maximal für einen Korallenfisch) zum weniger aufwendigen Fang mit Zyanid zurück, was nicht nur die Fische, sondern auch die Korallen und das gesamte Ökosystem töten kann.
"In Anbetracht des grausamen Handels mit Wildfängen möchten wir Sie fragen, wie die tropischen Fische gefangen werden, die in Ihrer Einrichtung zu sehen sind", so Dr. Breining in ihrem Brief an Herrn Schiersch.
PETA spricht sich für ein komplettes Importverbot von Wildfängen aus, denn "wenn der grausame Handel mit Wildfängen aufhört, könnte man Millionen Fischen einen grausamen Tod bei Fang und Transport ersparen, das Biotop Korallenriff schützen und viele Fischarten vor dem Gefängnis und dem Aussterben bewahren", so Dr. Breining.
Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.
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