Das große Tennis-ABC
T wie Texas Hold'em Poker
Die ehemalige russische Tennisspielerin Anna Kournikova ist der Tenniswelt eher aufgrund ihrer hübschen Erscheinung als durch spielerische Höchstleistungen in Erinnerung geblieben. Auch in Pokerkreisen ist die heute 29jährige bestens bekannt: Die Starthand Ass und König wird im Fachjargon als "Anna Kournikova" bezeichnet. Oberflächlich betrachtet lässt sich diese Namensgebung auf die Übereinstimmung der Anfangsbuchstaben beider Karten mit den Initialen der Tennisspielerinnen zurückführen. Tatsächlich verbirgt sich jedoch mehr dahinter, denn sie geht auf den - wenig schmeichelhaften - Spruch zurück: "Sieht gut aus, aber gewinnt selten."
U wie US Open
Einen der ungewöhnlichsten Rekorde hält der ehemalige US-amerikanische Tennisprofi Jimmy Connors. Zur Erklärung werfen wir einen Blick in die Tennis-Geschichtsbücher: Bevor die US Open 1978 ihr heutiges Zuhause im New Yorker Flushing Meadows Park fanden, wurden sie ein paar Kilometer weiter südlich auf der Anlage in Forrest Hills veranstaltet. Dort spielte man das letzte Grand Slam Turnier des Jahres bis 1975 immer auf Rasen. Nach einem dreijährigen Intermezzo auf Sand und dem Umzug in das mit über 20.000 Sitzplätzen größte Tennisstadion der Welt in Flushing Meadows findet das Turnier nun auf Hartplatz statt. Und genau an dieser Stelle kommt der heute 57jährige Connors ins Spiel, denn er gewann die US Open in den Jahren 1974, 76 und 78. Somit ist er der einzige Spieler, der auf Rasen, Sand und Hartplatz triumphieren konnte - ein Rekord, der ihm nicht mehr zu nehmen sein wird.
V wie Verehrer
Beim Masters Turnier in Miami 2005 erlebte der Weltranglisten-15. Ivan Ljubicic eine Überraschung, die er so schnell nicht vergessen sollte. Als der Kroate vor seiner Drittrundenpartie in die Umkleidekabine kam und seinen Spind aufmachte, fand er darin den 1,90 Meter großen Franzosen Michael Llodra - splitterfasernackt! "Ich war total schockiert und fragte ihn: ,Was zum Teufel machst du hier'?", erzählte die ehemalige Nummer drei der Welt später den Journalisten. Während sich die anderen Profis in der Umkleide köstlich amüsierten, antwortete Llodra voller Überzeugung: "Ich versuche, positive Energie von dir aufzunehmen. Du hast in diesem Jahr eine Menge Matches gewonnen." Für das Turnier in Miami kam die Aktion allerdings zu spät, denn der Franzose hatte bereits in der ersten Runde gegen seinen Landsmann Gael Monfils die Segel streichen müssen.
W wie Wassermann
Der ehemalige russische Tennisprofi Marat Safin ist nicht nur im Sternzeichen Wassermann geboren, nein, man könnte fast sagen, er ist der Inbegriff des Wassermanns. Diese gelten als sehr lebhafte und sportliche Menschen - was liegt da näher als wie Safin eine Karriere als Tennisprofi einzuschlagen? Für Frauen- und Partygeschichten bekannt, bestätigte der "letzte Playboy" des Tennis zudem die landläufige Meinung, dass sich Wassermann-Geborene selten mit nur einer Frau aufhalten und ihr Leben in vollen Zügen genießen. Zu den Eigenarten dieses Tierkreiszeichens gehört weiterhin eine provozierende, impulsive und unberechenbare Art. Da passt es ins Bild, dass bei Safin pro Jahr bis zu 50 Schläger zu Bruch gingen und er beim Hopman Cup im australischen Perth mit zwei Veilchen im Gesicht startete, die er sich zuvor bei einer Schlägerei in Moskau zugezogen hatte. Wassermänner sind auch immer wieder für eine Überraschung gut: In der zweiten Runde der French Open 2004 zog der ehemalige Weltranglistenerste doch tatsächlich blank! Gegen den Spanier Felix Mantilla kam es zu einem unglaublichen Ballwechsel, den Mantilla scheinbar schon für sich entschieden hatte. Doch Safin konterte mit einem unerreichbaren Stopp und ließ vor lauter Freude die Hose runter.
X wie Xanthippe
Xanthippe, die legendäre Gattin des Philosophen Sokrates, gilt als der Prototyp der zänkischen Frau. Auch im Tennis-Zirkus gibt es die eine oder andere junge Dame, die diesem Namen alle Ehre macht. Eine von ihnen ist die French Open Gewinnerin von 2004, Anastasia Myskina. Beim WTA-Turnier in San Diego giftete die Russin vor der Viertelfinalpartie gegen ihre Landsfrau Maria Sharapova, die seit ihrem neunten Lebensjahr in Florida lebt: "Ich habe Heimweh nach Moskau, aber Maria weiß sicher gar nicht mehr, wo Moskau ist. Man muss ihr allerdings zugestehen, dass sie für eine Ausländerin ungewöhnlich gut russisch spricht." Auch Martina Hingis sorgte zu Profi-Zeiten immer mal wieder für "Zicken-Zoff". 2001 kam es bei einem Schaukampf in Chile zum Showdown mit Anna Kournikova. Als Hingis gegen die schwächer eingeschätzte Russin überraschend hinten lag, fing sie an, über Schiedsrichterentscheidungen zu diskutieren. "Es passt dir wohl nicht, dass ich mal ein Spiel gewinne", herrschte Kournikova die Schweizerin an. Da hatte sie sich mit der Falschen angelegt: Nach dem Spiel beschimpfte die ehemalige Nummer eins der Welt die Russin derart, dass diese in Tränen ausbrach.
Y wie Yin und Yang
Um auf dem Platz Körper und Seele in Einklang zu bringen, pflegen viele Profis auf der Tour bestimmte Gewohnheiten - und bringen ihre Gegner damit nicht selten zur Weißglut. Ein Markenzeichen des Serben Novak Djokovic ist das ungewöhnlich häufige Auftippen des Balles vor jedem Aufschlag. Beim Viertelfinale der US Open 2007 gegen den Spanier Carlos Moya waren es bis zu 23 Mal! Auch der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal hält sich vor jedem Service strikt an ein und dasselbe Ritual: Zuerst mit dem Schuh über die Linie putzen, dann den Sand aus dem Sohlenprofil schlagen, die Socken richten, die Haare hinter die Ohren streichen und zum Schluss auch noch den Sitz der Hose am Gesäß korrigieren. Aber nicht nur die Spieler, auch ihr Anhang pflegt bestimmte Marotten. Ein Beispiel ist die Mutter der serbischen Tennisspielerin Jelena Jankovic, die nach jedem Punkt ihrer Tochter einen Schluck aus ihrer Wasserflasche nimmt. Na dann: Prost!
Z wie Zungenbrecher
Stellen Sie sich vor, Sie sind Fernsehjournalist und berichten live aus Wimbledon. Reizvoller Gedanke? Ihre leichteste Übung? Sie haben offensichtlich keine Ahnung, was Ihnen blühen könnte. Wie wäre es mit dem Erstrundenmatch der Tschechin Barbora Zahlavova Strycova gegen Zarah Razafimahatratra aus Madagaskar. Oder wollen Sie lieber die Doppelpartie der australisch-indischen Paarung Krishananth Balakrishnan und Srirambalaji Narayanaswamy gegen Peerakiat Siriluethaiwattana und Kittipong Wachiramanowong aus Taiwan live on air kommentieren? Aber keine Sorge: Auch erfahrenste Tennisexperten können bei solch exotischen Namen schon mal ins Stottern kommen. Dafür sind sie dann umso dankbarer, wenn sich mal wieder Roger Federer und Rafael Nadal gegenüberstehen.
Quelle: Pressemeldung Deutscher Tennis Bund e.V. (DTB)
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