Da fehlt noch was - Frauen fordern Entgeltgleichheit

20.02.2009 | Berlin
Anlässlich des Internationalen Tages für gleiches Entgelt erklärt Irmingard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin und frauenpolitische Sprecherin:

Der Durchschnittverdienst von Frauen in Deutschland liegt noch immer fast ein Viertel unter dem der Männer. Damit ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen bei uns so groß wie in kaum einem anderen EU-Land. Dieser Zustand ist wirklich beschämend und es ist überfällig, dass die Regierung dagegen etwas tut.

Auf unsere Initiative wurde im Januar eine Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag über die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern abgehalten. Um den vielschichtigen Ursachen bei der Lohndiskriminierung zu begegnen, sind eine Reihe von Maßnahmen nötig. Die Sachverständigen haben hierfür zahlreiche Vorschläge vorgebracht. Nun ist die große Koalition gefordert, Gesetze zu erlassen um diese Ungleichheit zu beheben.

So müssen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) das ausdrückliche Verbot der Lohnungleichheit, die Beweislastumkehr und ein deutlicher Ausbau der Auskunftsrechte der Diskriminierten gegenüber den Unternehmen aufgenommen werden. Entsprechend der EU-Richtlinie sind die Sanktionen für die Arbeitgeber nicht nur angemessen sondern auch abschreckend auszugestalten. Großen Zuspruch fand unsere Forderung ein Verbandsklagerecht einzuführen, damit die betroffenen nicht allein gegen ihr Unternehmen klagen müssen.

Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft würde mittelbar positiv auf die Entgeltgleichheit wirken. Aber auch die Tarifparteien sind gefordert, endlich tätig zu werden. Alle Tarifverträge müssen auf diskriminierende Elemente überprüft werden.

Noch immer resultiert ein Drittel der Lohndiskriminierung aus direkter Diskriminierung wegen des Geschlechts. Es ist an der Zeit, stereotypen Rollenszuschreibungen in unserer Gesellschaft den Gar auszumachen und alle Personen entsprechend ihrer Leistung zu bezahlen.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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