Bussi, Bussi

04.07.2008 | München
Die Deutschen küssen gerne, häufig und leidenschaftlich, wie eine Umfrage der Allianz ergeben hat. Zu Recht, denn die Medizin bestätigt: Küssen ist gesund!

"Wann ist ein Kuss ein Kuss?" Diese Frage hat die Allianz Deutschland AG 500 Frauen und Männern ab 14 Jahren anlässlich des Welttags des Kusses am 6. Juli gestellt. Zentrales Ergebnis der von der GfK Marktforschung im Juni 2008 durchgeführten Umfrage: Die Deutschen küssen gerne, leidenschaftlich und so häufig es geht. Über 80 Prozent von ihnen sind überzeugt, dass Küssen die Laune hebt und das Immunsystem stärkt.

Eine Einschätzung, die auch der medizinischen Prüfung Stand hält: "Tatsächlich werden beim Küssen Stoffe freigesetzt, die stressmindernd wirken, der Austausch von Bakterien hält die Abwehrkräfte in Gang", so Dr. med. Matthias Kühn, Gesundheitsexperte der Allianz. Vorsicht ist nur geboten, wenn schwere Infektionskrankheiten oder Allergien vorliegen.

Leben wir in einer Bussi-Gesellschaft?

Der Kuss - eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Regionale Unterschiede bestehen aber in Form und Funktion des Kusses: In Frankreich gibt es zur Begrüßung ein dahin gehauchtes Küsschen links und eines rechts, beim berühmten "sozialistischen Bruderkuss" hingegen gingen Leonid Breschnew und Erich Honecker seinerzeit auf direkte Tuchfühlung. In Japan wiederum erregt öffentliches Knutschen schnell die Gemüter, erst nach der Verlobung ist ein Kuss wirklich legitim.

Und hierzulande? Jeder zweite Deutsche hält laut der aktuellen Allianz Umfrage nicht viel vom vorsichtigen "Bussi auf's Backi", sondern definiert einen Kuss als Zusammentreffen zweier Münder. Knapp 28 Prozent sagen sogar: "Ein Kuss ist Leidenschaft pur - da kann man gar nicht zu weit gehen". Entsprechend häufig schreitet man zwischen Kiel und Garmisch zur Tat: Über die Hälfte nutzt jede sich bietende Gelegenheit für ein Küsschen. Allerdings halten auch 25 Prozent der Deutschen den Kuss in Ehren und sagen: "Ein Kuss ist etwas Besonderes - und daher speziellen Anlässen vorbehalten". Absolute Kussmuffel sind mit vier Prozent in der Minderheit.

Junge küssen lieber als Ältere

Interessante Detail-Ergebnisse der Umfrage: Während sich bei den 14- bis 39-Jährigen weniger als zwei Prozent zu überzeugten Kuss-Abstinenzlern zählen, sagt in der Altersgruppe der über 60-Jährigen fast jeder Zehnte, dass er kein Freund des Küssens sei. Ordentlich zur Sache gehen hingegen - zumindest nach eigenen Angaben - überproportional viele Befragte aus der Gruppe der formell höher Gebildeten (Abitur / Hochschulreife / Studium): Für 59 Prozent von ihnen ist erst der Kuss auf den Mund ein richtiger Kuss.

Zuletzt geküsst haben die meisten Befragten (61 Prozent) ihren Partner beziehungsweise ihre Partnerin. Hoch in der Gunst (22 Prozent) steht auch der Gute-Nacht-Kuss für den Nachwuchs oder die Geschwister - allerdings scheint dies vor allem eine Domäne der weiblichen und der älteren Befragten zu sein: Überproportional viele Frauen (29 Prozent) und über 60-Jährige (29 Prozent) sagen, dass dies ihr letzter Kusskontakt gewesen sei. Bei immerhin 4 Prozent der 14 bis 39-Jährigen war der oder die Glückliche hingegen "jemand Fremdes".

Unentschlossen? Jeder fünfte Mann hat Angst davor, sich bei Küssen mit Krankheiten anzustecken

Knutschen erlaubt - weil"s gesund macht

Den Ergebnissen der Allianz Kuss-Umfrage zufolge scheinen Männer die wahren Romantiker zu sein: Fast jeder Dritte (29 Prozent) hält den Kuss für eine Sache für besondere Anlässe, bei den Frauen sind es nur 21 Prozent. Die vornehme Zurückhaltung der männlichen Befragten kann allerdings auch anders interpretiert werden: 19 Prozent von ihnen fürchten, sich beim Küssen mit Krankheiten anzustecken, bei den Frauen haben lediglich 9 Prozent Angst vor fremden Bakterien. Insgesamt sind die Deutschen dem Kuss gegenüber positiv eingestellt: 82 Prozent glauben, dass er eher gesundheitsfördernd als -gefährdend ist.

Eine Einschätzung, die auch aus medizinischer Sicht bestätigt werden kann, denn ein Kuss wirkt wie eine Schluckimpfung: Über den Speichel lernt das Immunsystem fremde Viren und Bakterien kennen und kann später besser gegen sie ankämpfen. Und: Die empfindlichen Nerven-Enden von Mund und Lippen werden durch das Küssen stimuliert, der Kreislauf kommt in Gang, der Körper schüttet Adrenalin und Glückshormone aus - über die Psyche werden so letztlich auch Abwehr und Stressresistenz gestärkt.

Von durchstochenen Körperteilen und der Kuss-Krankheit

Sogar während der Erkältungszeit im Winter oder bei grassierenden Magen- und Darmerkrankungen ist Küssen weniger gefährlich als etwa ein feuchter Händedruck: Wer sich nach dem Handschlag etwa an der Nase reibt, riskiert eher eine Ansteckung als derjenige, der sich mit einem flüchtigen "Bussi" begrüßt hat.

Verzicht ist grundsätzlich nur in wenigen Fällen nötig: Das Pfeiffersche Drüsenfieber, eine mitunter schwer verlaufende Infektionskrankheit, trägt aufgrund ihres typischen Übertragungswegs den Beinamen "Kissing Disease". Unangenehm kann der Austausch von Speichel auch für Allergiker werden, die schon auf geringe Mengen von Erdnuss-Partikeln reagieren - und für Menschen, die ein frisches Zungen-Piercing tragen, denn die offene Wunde im Mundraum ist ein Herd für Keime. Etwa drei Wochen nach dem Besuch im Piercing-Studio gilt aber auch hier: Küssen erlaubt!

Quelle: Pressemeldung Allianz SE

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