Bärenangriff auf Polizei: Zirkus Renz wiederholt auffällig geworden

20.04.2009 | Gerlingen
PETA: Ministerin Aigner trifft mittelbare Mitschuld an der Verletzung des Polizisten und dem Tod des Bären

Ein aus dem Universalzirkus Renz entflohener Bär griff am Wochenende einen Polizisten an und biss diesen. "Nena" wurde daraufhin erschossen. Ein weiterer, dem Zirkus während eines Gastspiels in Kassel entlaufener Bär wurde vom Zirkusbesitzer eingefangen. Laut PETA verfüge der Zirkus selbst über keine gültige §11 - Genehmigung zur Vorführung der Bären, sondern jemand anders, der jedoch bei den letzten Gastspielen abwesend gewesen ist. Trotzdem reisen die Bären im Zirkus mit. Anhand dieses Beispiels werde deutlich, dass der Vollzug des Tierschutzgesetzes, aber auch die öffentliche Sicherheit in einem Zirkus nicht gegeben sei. Unter anderem deshalb habe der Bundesrat bereits 2003 von der Bundesregierung ein Verbot bestimmter Wildtierarten (insbesondere Bären, Affen, Elefanten) gefordert. Die Ministerin glänze genauso wie ihr Vorgänger (Seehofer) durch Untätigkeit. PETA wirft diesen deshalb eine mittelbare Mitschuld am Tod des Bären und an der Verletzung des Polizisten vor. Wenn die Ministerin weiterhin den eindeutigen Auftrag des Bundesrates ignoriere, gefährde sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Universalzirkus Renz ist laut PETA in den letzten zwei Jahrzehnten ständig bundesweit durch teils gefährliche Eskapaden aufgefallen. Zuletzt wurde sein Auftritt in Borken / Westfalen 2008 von erheblichen Missständen in seiner Bärenhaltung begleitet. Das Veterinäramt in Borken verfügte scharfe Auflagen, teilweise gegen den Widerstand des Zirkus. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen zu den dortigen Verfahren sind laut PETA noch nicht abgeschlossen.

Wildtiere sind gefährlich. Leben sie im Zirkus kommt aufgrund der jahrelangen Entbehrungen durch die schlechte Haltung ein hohes Aggressionspotential hinzu. Gepaart mit Unzuverlässigkeit, wie es bei den Arbeitern im Zirkus nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, ist die Öffentlichkeit in ständiger Gefahr. Wenn die Ministerin jetzt nicht handelt und den Bundesratsbeschluss umsetzt, trifft sie am nächsten Wildtierunfall im Zirkus eine erhebliche Mitschuld", so PETA.

Erst 2008 griff laut PETA ein Elefant bei Renz den Zirkuschef selbst an, 2007 griff Bärin Katja Renz Junior an, 2006 biss ein Krokodil während der Vorstellung dem Dompteur den Daumen ab und 2005 biss einer der Tiger bei Renz seinen Trainer in Arm, Bein und Bauch.

"Großbären zeigen ein sehr vielfältiges, arttypisches Verhalten (z. B. Klettern, Schwimmen, Graben) und sind von großer Körperkraft. Die Erfahrung zeigt, dass schon allein diese Punkte eine tiergerechte Haltung dieser Arten in der Praxis im Zirkus unmöglich machen", zitiert Carola Schmitt, Zirkussprecherin von PETA den Beschluss des Bundesrates im Wortlaut.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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