BHW bilanziert Rekordwachstum

28.04.2000 | Hameln
Marktposition und Ertragspotenzial weiter ausgebaut

Der BHW Konzern hat im vergangenen Geschäftsjahr seine Marktposition deutlich ausgebaut und den ertragswirtschaftlichen Wachstumskurs fortgesetzt. Auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt berichtete BHW Vorstandschef Reinhard Wagner von einem "Jahr der Neugeschäftsrekorde". Der Baufinanzierungskonzern habe in allen Kerngeschäftsfeldern erneut Marktanteile hinzugewonnen. Mit 180,9 Millionen € (plus 7,2 Prozent) sei der Konzern-Jahresüberschuss auch nach dem '98er-Rekordergebnis nochmals gestiegen.

"BHW hat die einmaligen Marktchancen des Jahres 1999 konsequent zur Erschließung neuer Kundenbestände genutzt. Diese Investitionen stärken mittel- und langfristig das Ertragspotenzial der Unternehmensgruppe", fasste Wagner das Geschäftsjahr zusammen.

Dividende steigt auf 1,10 DM

Die Aktionäre der Konzern leitenden BHW Holding AG partizipieren an der positiven Geschäftsentwicklung erneut durch eine Dividendensteigerung. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine um 4,8 Prozent erhöhte Dividende von 1,10 DM je Aktie vor. So erhalten inländische BHW Aktionäre einschließlich Steuergutschrift 1,57 DM je Stückaktie.

BHW Konzern/Holding

Die Bilanzsumme des BHW Konzerns ist erneut kräftig gewachsen. Sie übertrifft mit 85,1 Milliarden € den Vorjahreswert um 24,7 Prozent. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen außerkollektiven Baufinanzierungsgeschäft sowie aus der Ausweitung der Staatskredite. Der Konzern-Jahresüberschuss verbesserte sich um 7,2 Prozent auf 180,9 Millionen €.

Trotz teilweise schwieriger Marktbedingungen - wie das ertragsmindernde niedrige Zinsniveau - hat der BHW Konzern sein Ergebnis steigern können. So verbesserte sich das Teilbetriebsergebnis um 26,4 Prozent auf 374,5 Millionen €. Der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragssäule des BHW Konzerns stieg um 126 Millionen € und damit um 18 Prozent auf 828 Millionen €. Angesichts eines stark gestiegenen Kreditvolumens wurde die Netto-Risikovorsorge kräftig auf rund 102 Millionen € (Vorjahr 36 Millionen €) ausgeweitet. Hierdurch verminderte sich das Konzernbetriebsergebnis um 8,9 Prozent auf 302,1 Millionen €.

In der BHW Holding AG stieg der Jahresüberschuss nach Steuern auf über 157,1 Millionen €. Zum Vorjahreswert von 98,8 Millionen € bedeutet dies ein Plus von 58,9 Prozent. Die Holding vereinnahmte Beteiligungserträge in Höhe von 366 Millionen € (Vorjahr 134,7 Millionen €). Ihr Anstieg spiegelt die teilweise sehr guten Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaften wider. Deren erhöhte Gewinnzuweisungen wurden jedoch maßgeblich durch die Auflösung von Gewinnrücklagen und Vorsorgereserven geprägt, die im Hinblick auf die Unternehmens-Steuerreform vorgenommen wurden. Hierdurch erreichte Sonderausschüttungen wird die Holding im Wege des "Schütt-aus-hol-zurück"-Verfahrens umgehend wieder zurückführen.

Die weitaus größten Beiträge zum Konzernergebnis kamen von der BHW Bausparkasse und der Allgemeinen HypothekenBank.

So stieg bei der BHW Bausparkasse AG die Bilanzsumme um 4,1 Prozent auf über 24,4 Milliarden €. Die starken Neugeschäftszuwächse und damit verbundene hohe Provisionsaufwendungen sowie die Niedrigzinsphase führten zu einer Reduzierung des Jahresüberschusses auf rund 51 Millionen € nach rund 69 Millionen € im Vorjahr.

Die Allgemeine HypothekenBank AG (AHB) steigerte ihre Bilanzsumme um 37 Prozent auf 56,9 Milliarden €. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 61 Prozent auf 102,4 Millionen €.

Durch die Ergebnisse des Jahres 1999 sieht Wagner seinen Kurs eines "Wachstums aus eigener Kraft" bestätigt. Der Ertrag werde zwar von dem immer noch niedrigen Zinsniveau beeinflusst. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Entwicklung der operativen Erträge insbesondere durch das außerkollektive Baufinanzierungsgeschäft positive Impulse erfahre. Das erreichte Dividendenniveau werde auch im laufenden Jahr gehalten werden können.

Die Geschäftsergebnisse in den ersten Monaten des laufenden Jahres seien durch gegenläufige Entwicklungen geprägt. Sehr erfreulich habe sich der Einstieg der BHW Gruppe in das neue Geschäftsfeld der privaten Altersvorsorge entwickelt. So habe man im Fondsgeschäft signifikante Zuwachsraten erzielt, betonte Wagner.

Dagegen zeige sich der Gesamtmarkt für die Bausparkassen und Hypothekenbanken verhalten, was sich für die Branche in einer - im Vergleich zu dem von Sondereinflüssen und Vorzieheffekten geprägten Vorjahr - erwartungsgemäß rückläufigen Neugeschäftsentwicklung niederschlage. Allmählich wieder steigende Baugeldzinsen ließen vor allem Schwellenhaushalte zögern, eine Entscheidung zum Erwerb eigener vier Wände zu treffen.

Ertragswirtschaftlich setzte sich der Wachstumskurs im ersten Quartal weiter fort. Der Konzernjahresüberschuss liege leicht über dem Vorjahreswert.

Neue E-Business-Strategie mit Online-Baufinanzierung

Auch im E-Business will der BHW Konzern sich als Marktführer und Baufinanzierer Nr. 1 für den privaten Wohnungsbau positionieren. Eine stattliche Zahl von BHW Kunden nutzt bereits die Möglichkeit, Bausparverträge online abzuschließen. In Kürze biete BHW auch die komplette Baufinanzierung online an.

Wagner erklärte, die Kundenstruktur von morgen verlange eine mehrkanalige Vertriebsstrategie, die den klassischen Außendienst sowie das Internet und sonstige Direktmedien miteinander verzahnt. Dabei biete BHW über die modernen Informationsmedien den Kunden zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zur qualifizierten persönlichen Beratung durch den Außendienst. Für Kunden, die Bausparverträge und Baufinanzierungen aber auch Bankgeschäfte und Wertpapierdispositionen online abschließen wollen, werde BHW mit "One-click-solutions" neue Angebote schaffen.

"Die E-Business-Aktivitäten von BHW werden die gesamte Wertschöpfungskette des Konzerns umfassen", betonte Wagner. Vom Bausparen über die Immobilienvermittlung und Baufinanzierung bis zum Cross-selling durch Banking/Brokerage sowie die Refinanzierung werden sämtliche Geschäftsfelder und Konzernunternehmen in diese Strategie eingebunden. Den Gesamtaufwand für die IT-Aktivitäten bezifferte der Vorstandschef mit rund 500 Millionen €, verteilt auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Diese Investitionen seien eingeleitet worden, um den BHW Konzern im wachsenden Wettbewerb optimal zu positionieren. "Der Einsatz neuer Informationstechnologien wird die Effizienz unserer Geschäftsprozesse steigern und das Wertschöpfungspotenzial des Unternehmens weiter erhöhen", hob Wagner hervor.

Auf einen Blick

1999 Veränderungen in % 1998

BHW Konzern

Jahresüberschuss 180,9 Mio. € 7,2 168,8 Mio. €

Bilanzsumme 85,1 Mrd. € 24,7 68,2 Mrd €

BHW Holding AG

Jahresüberschuss 157,1 Mio. € 58,9 98,8 Mio. €

Dividende/Aktie 1,10 DM 4,8 1,05 DM

Bilanzsumme 2,15 Mrd. € 7,0 2,01 Mrd. €

BHW Bausparkasse AG

Jahresüberschuss 50,8 Mio. € 26,8 69,4 Mio. €

Bilanzsumme 24,4 Mrd. € 4,1 23,4 Mrd. €

AHB

Jahresüberschuss 102,4 Mio € 61,2 63,5 Mio €

Bilanzsumme 56,9 Mrd. € 37,0 41,6 Mrd. €

Quelle: Pressemeldung BHW Bausparkasse AG

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