34. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees

22.07.2010 | Mainz
An diesem Montag, 26. Juli 2010, beginnt die 34. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Brasília. Die 21 Mitglieder des Komitees (Australien, Bahrain, Barbados, Brasilien, Kambodscha, China, Ägypten, Estland, Äthiopien, Frankreich, Irak, Jordanien, Mali, Mexiko, Nigeria, Russland, Südafrika, Schweden, Schweiz, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate) kommen diesmal in Brasilien zusammen.

Die Landesregierung vertritt Walter Schumacher, Kultur-Staatssekretär und Regierungsbeauftragter für das UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz. Er wird begleitet vom Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Bertram Fleck, stellvertretender Vorsitzender des Welterbe-Zweckverbandes.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering steht in enger Absprache mit den Vertretern der UNESCO vor Ort und wird Sie in Mainz umgehend über die Entscheidung des Komitees informieren. Ansprechpartnerin ist die Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums, Beate Schrader (Kontakt: 0 61 31/16 22 58 und 01 51/ 58 25 59 80. Telefonische O-Töne mit Walter Schumacher kann Ihnen Sabine Lucht (0 61 31/16 28 29) vermitteln. Bitte beachten Sie die Zeitverschiebung - Uhrzeit in Brasília ist fünf Stunden zurück im Vergleich zu unserer mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ).

Die Landesregierung hat alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht beim Welterbesekretariat eingereicht. Im Rahmen der 32. Sitzung des Welterbekomitees in Quebec (Kanada) am 5. Juli 2008 wurde über eine Mittelrheinquerung beraten. Die UNESCO äußerte dabei keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine feste Rheinquerung. Es wurden eine Umweltverträglichkeitsstudie und ein ergänzendes Verkehrskonzept für die in Frage kommenden Rheinquerungsvarianten gefordert. Dem Welterbezentrum in Paris wurden Ende Januar 2009 die Unterlagen übergeben.

Zusätzlich hat die Landesregierung 2009 einen Wettbewerb für Architekten, Landschaftsarchitekten und Bauingenieure durchgeführt. Ziel: Der Entwurf einer welterbeverträglichen Brückenlösung inklusive der verkehrlichen Verknüpfung mit den parallel verlaufenden Bundesstraßen.

Auf der Sitzung des Welterbekomitees in 2009 in Sevilla wurde Rheinland-Pfalz aufgefordert, eine "visual impact study" (VIS) zu erstellen und den "outstanding universal value" (OUV) herauszuarbeiten. Prof. Kunibert Wachten vom Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen hat daraufhin ein "Gutachten zur Beurteilung der visuellen Auswirkungen der geplanten Rheinbrücke zwischen Wellmich und Zu Fellen auf die Integrität des Welterbes Oberes Mittelrheintal" vorgelegt. Darüber hinaus hat das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr unter der Leitung von Prof. Dirk Vallée eine verkehrliche Bewertung einer Brücken-, Tunnel- oder Fährverbindung im Mittelrheintal bei St. Goar abgegeben. In dieser Bewertung werden die Leistungsfähigkeit einer Fährverbindung im Vergleich zu einer festen Rheinquerung sowie städtebauliche und verkehrliche Aspekte einer Tunnel-Lösung verglichen. Was die Kosten anbelangt, zeigt sich, dass bei gleicher Kapazitätsleistung und Lebensdauer die jährlichen Kosten der Fähre und eines Tunnels etwa doppelt so hoch sind wie die einer Brücke. Die VIS kommt zu dem Ergebnis, dass die Brücke am geplanten Standort bei Zu Fellen/Wellmich visuell akzeptabel ist und damit dem "außergewöhnlichen universellen Wert der Welterbestätte" (OUV) entspricht. Alle geforderten Unterlagen wurden Ende Januar 2010 an das Welterbesekretariat für die Sitzung des Welterbekomitees am 25. Juli bis 3. August 2010 in Brasília übermittelt.

Die Realisierung einer festen Rheinquerung soll auch weiterhin in Abstimmung mit der UNESCO erfolgen. Die Landesregierung wird das Welterbe-Prädikat des Mittelrheintals in keiner Weise gefährden. Deshalb werden die weiteren Planungsschritte erst eingeleitet, wenn mit der UNESCO Einvernehmen über das weitere Vorgehen erzielt worden ist.

Quelle: Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

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